Nazis tanzen in der Scheune

Nazis tanzen in der Scheune

Familienbande Die rechte Szene im Wendland und in der Lüneburger Heide ist in den Händen von wenigen einflussreichen Großfamilien. Oft sind es eher Alt- als Neonazis

von Andreas Speit
und Andrea Röpke

Der Hof liegt im Wald. Ein kleiner Weg führt zu dem Anwesen von Ernst-Friedrich Kühl. Zu dem Brauchtumsfest in der Scheune reisen vor allem junge Familien an. Das Fest findet hier in der abgelegenen Lüneburger Heide ganz offen statt. „Maitanz“ steht auf einem Schild an der Straße hinter dem Elbe-Seitenkanal. Auch neue Familien sollen das völkische Event erreichen können.

Gut vier Monate ist das Tanzfest für geladene Gäste auf dem Slohhof in Edendorf mittlerweile her, aber es hat eine Debatte über rechte Siedler auf dem Land entfacht, die seither schwelt. Seit Jahren dient die Scheune völkischen Rechten als Veranstaltungsort. Die einladende Familie Hanke gehört zu den vielen rechten Familien in der Region. Das Fest schreckte Anwohner in den umliegenden Gemeinden auf, weil die Gäste aus verschiedenen rechten Spektren, teils auch aus weit entfernten Bundesländern, kamen. „Ein großes Netzwerk offenbarte sich“, sagt eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, aus Angst vor Anfeindungen. Im Ländlichen, im Dörflichen kennt man sich – und trifft sich schnell.
Schick einer Zeitreise

Am jenem 30. April trafen nach und nach rund 200 Gäste zum Maitanz ein. Sie kamen aus Hessen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, der Schweiz und vor allem aus Niedersachsen. Mädchen und Jungen stiegen aus den Fahrzeugen, Kinderwagen wurden hinausgehievt.

Der Schick der Ankommenden erweckte den Eindruck einer Zeitreise. Die Männer und Jungen trugen meist Trachtjacken oder –westen, die Frauen und Mädchen immer lange Kleider und Röcke. Die Männer und Jungs hatten zünftige Kurzhaarschnitte, die Frauen und Mädchen straffe Zöpfen. Keine Frau trug eine Hose oder hatte einen Kurzhaarschnitt. In Weidenkörben trugen Männer und Frauen Essen und Blumen in die Scheune. Mehrere Musiker brachten für den Abend Akkordeons und weitere Instrumente in das Gebäude. Bis zum Morgen sollte getanzt werden.

Der Ort für den Maitanz war nicht zufällig gewählt. So hatte etwa ganz in der Nähe, in Bienenbüttel, der 2008 verstorbene Apotheker Wolfgang Fachmann seine „Mohren Apotheke“ mit Runen im Gebälk. Kaum einer störte sich daran – wie auch die Brauchtumsfeiern mit Tanz kein Aufsehen erregten, zu denen auch Fachmanns Kinder mit ihren Familien kamen.

1987 bekam Fachmann Ärger mit dem regionalen Apothekerverband, als er eine Anzeige zum Todestag des Adolf-Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß brachte. Der Apotheker war auch Referent bei den Hetendorfer Tagungswochen von Jürgen Riegers Nazizentrum „Hetendorf Nummer 13“, das 1998 verboten wurde. Der Nazi-Anwalt Jürgen Rieger, 2009 gestorben, hatte auf dem Gelände in der Lüneburger Heide Jahrzehnte lang Schulungen ausgerichtet.
Hüterin des Stammbaums

Stolz berichtete die Dirndl-Liebhaberin, ihre politische Weltsicht an ihre inzwischen erwachsenen Kinder weitergegeben zu haben. Alle vier seien mit ihren Familien im „nationalen Lager“, berichtete die Großmutter, die sich bei Schulungen besonders für die „Reinhaltung“ des Blutes einsetzt

Es sind immer die Familien, die die Traditionen im Wendland und anderswo pflegen. Die Schröders aus Masendorf etwa, das gar nicht weit von Edendorf und von Bienenbüttel entfernt liegt, haben einen Stammbaum im Wohnzimmer. Das weibliche Oberhaupt, Irmhild, wacht darüber – ganz im Geiste ihrer Mutter Edda Schmidt, einer der einflussreichsten Frauen in der NPD. In der Szene gilt Schmidt als Expertin für die „ureigenen Brauchtümer“.

In der NPD-Monatszeitung Deutsche Stimme, für die die Baden-Württembergerin Edda Schmidt regelmäßig über Feste und Bräuche schreibt, legte sie im September 2010 grundsätzlich dar: „In unseren Festen ist trotz der Überfremdung die Weltanschauung des nordischen Menschen im Kern erhalten geblieben.“

Stolz berichtete die Dirndl-Liebhaberin, ihre politische Weltsicht an ihre inzwischen erwachsenen Kinder weitergegeben zu haben. Alle vier seien mit ihren Familien im „nationalen Lager“, berichtete die Großmutter, die sich bei Schulungen besonders für die „Reinhaltung“ des Blutes einsetzt.

Ihre Tochter Irmhild gilt intern als „Dreihundertprozentige“, die auch ihre Kinder im elitär rechten Geiste erziehen soll. Bei Schröders in Masendorf soll es ein Herrenzimmer geben, das Frauen nicht betreten dürfen. Das Familienoberhaupt ist Lehrer an einer Schule im Wendland.

Mit der Familie Hanke, die zum Maitanz auf dem Slohhof einlädt, verwandt ist die Familie Meyer-Sande aus Hohnsdorf in Sachsen-Anhalt. In völkischen Kreisen wird gerne untereinander geheiratet. In Hohnsdorf grenzt Meyer-Sandes Grundstück an den Wald. Die Auffahrt des Hofes ziert gut sichtbar ein Feldstein mit Wolfsrune, dem Symbol der verbotenen „Wiking-Jugend“. Daneben steht ein Schild gegen den Bau der geplanten Autobahn 39, die am Dorf vorbei führen soll.

Im Zuge der Ermittlungen gegen die 2009 verbotene „Heimattreue Deutsche Jugend“ durchsuchten Beamte das Anwesen, fanden damals eine Waffe. Eine Tochter zählte zur NPD-Jugend, auf dem weitläufigen Anwesen gab es ein rechtes Zeltlager mit Fanfaren. Die Sippe gilt als elitär und arrogant, sie lebt alte Rollenmuster ihrer Vorfahren.

Es ist ein Milieu, in dem die Frauen Mütterkreise bilden, um die Kinder vor liberaler Erziehung im vermeintlichen 68er-Geist zu schützen. Die Männer kommen zu Herrenabenden, Holzhacken oder Sportwettstreiten zusammen, die Frauen haben dabei nichts zu suchen. Vor allem von den jungen Männern wird Stärke und Mannestum erwartet, erzählt einer, der dabei war.

Auch durch den kleinen Ort Masendorf marschierte schon der „Sturmvogel“, ein Bund, zu dem völkische und NPD-nahe Familien ihre Kinder schicken. „Der Sturmvogel ist eine radikale Abspaltung der Wiking-Jugend“, sagt Gideon Botsch vom Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam, das sich auch mit Antisemitismus befasst. Die Organisation bemüht sich sehr, im Geheimen Lager und Fahrten für Kinder und Jugendliche auszurichten. In einem Flugblatt heißt es, die Mitglieder seien „volkstreu eingestellte Deutsche“. Ziel des „Sturmvogel“ sei es, dem „Ungeist, der unserem Volk derzeit jeden Atemzug verpestet“ entgegenzuwirken

Auch beim diesjährigen Maitanz sind Anhänger des Bundes dabei. Beim Rundtanz wirkte der NPD-Landesvorsitzende aus Mecklenburg-Vorpommern, Stefan Köster, etwas steif. Bis vor Kurzem saß er für die Partei im Landtag.
Körperliche Abhärtung

Vor Jahren tanzten in der Scheune auch Baldur und Antje B. mit ihrer kleinen Tochter Sighild. 2009 starb die vierjährige Diabetikerin qualvoll, weil ihre Eltern ihr nicht ausreichend Insulin verabreicht hatten. Antje B. besuchte die Germanische Neue Medizin-Kreise von Irmhild Schröder in Masendorf, hieß es damals vor Gericht. Der Gedanke dahinter: Schulmedizin ist abzulehnen, der Körper muss abgehärtet werden.

Sighild schaffte es nicht ohne Medikamente, heute steht ihr kleiner Findling auf der „Ahnenstätte Conneforde“ in Ostfriesland.

Taz vom 17.9.2016
https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5335387&s=Nazis+tanzen+in+der+Scheune&SuchRahmen=Print/

Vorrang für Pressefreiheit

bp Lüchow. Dass an einer Lüchow-Dannenberger Schule ein Lehrer arbeitet, der zu der losen Gruppe der rechtsextremen Völkischen Siedler gehören soll, ist bekannt (EJZ berichtete). Die EJZ hatte allerdings den Namen des Mannes, seinen Wohnort im Landkreis Uelzen und die Schule, an der er unterrichtet, nicht genannt. Daran wird sich auch nichts ändern (siehe “Ihre EJZ heute”). Die linke Berliner Tageszeitung taz hat sich teilweise anders entschieden und im September unter der Überschrift “Nazis tanzen in der Scheune” den vollen Namen des Lehrers, seinen Wohnort und weitere Details genannt. Dagegen haben der Mann und seine Ehefrau geklagt – ohne Erfolg.
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Hitzacker: Kein Schulvertrag für Völkische

bp Hitzacker. Die Freie Schule Hitzacker hat offenbar auch weiterhin mit den rechtsextremen sogenannten Völkischen Siedlern zu tun (EJZ berichtete). Die Schule hat nach EJZ-Informationen kürzlich die Aufnahme einer Familie abgelehnt, weil mehrere Hinweise vorgelegen hatten, die Familie entstamme diesem Spektrum. Auf den Verdacht war das Aufnahmegremium offenbar durch einen überregionalen Medienbericht gestoßen. Sowohl die Autoren des Artikels als auch andere Quellen bestätigten, dass die betreffende Familie vor rund einem Jahr eine Zusammenkunft der auch als Neo-Artamanen bezeichneten Szene organisiert habe.
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Mann löst Polizeieinsatz aus. Artikel vom 31.5.

Hitzacker. Ein Mann hat am Dienstagmittag einen Polizeieinsatz in einem Ort nahe Hitzacker ausgelöst. Laut Polizei hatte das Katasteramt Messungen auf dem Grundstück ausführen wollen, der Mann wollte die Verwaltungsmitarbeiter jedoch nicht aufs Gelände lassen. Während der Auseinandersetzung zeigte er eine Langwaffe. Herbeigerufene Polizisten beruhigten die Situation schließlich und stellten ein Luftgewehr sicher. Zwischenzeitlich hatte die Polizei offenbar in Erwägung gezogen, Spezialeinsatzkräfte anzufordern. Dazu kam es schließlich nicht mehr. Auf Nachfrage, ob es sich bei dem Mann um einen Reichsbürger handle, bleibt Polizeisprecher Kai Richter vage. Der Mann habe sich zwar argumentativ in eine ähnliche Richtung geäußert wie jene Menschen, die Deutschland nicht als Staat anerkennen, sondern für eine Firma halten. Allerdings sei der Lüchow-Dannenberger diesem Spektrum nicht eindeutig zuzuordnen.
gefunden ejz vom 1.6.2017

Presse: Schändung der geplanten Moschee in Lüchow

Am Sonntag Vormittag wurde ein Schweinekopf entdeckt, welcher mit einem Hakenkreuz versehen war und an die Tür der geplanten Moschee im alten Lüchower Bahnhof genagelt war.
Hier eine Kleine Pressezusammenfassung zum Thema.
Aus gegebenem Anlass:
Wir verurteilen die Schändung des Lüchower Gebetsraums entschieden!!!
Spontandemo gegen Rassismus und Faschismus *
wann? am 29. April um 11 Uhr
wo? Parkplatz vor ehemals Hettig/ Café Zuflucht
Kommt alle und macht eurem Unmut Platz! Bringt Transpis mit!
Bündnis gegen Rechts Wendland/Altmark
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Update: Blockade gegen Thügida

Beim Thügida-Aufmarsch in Stendal hat es auch eine Blockade gegeben. 15 Personen besetzten die Frommhagenstraße.

Stendal l Zu der Thügida-Demo am Sonnabend in Stendal und den zwei Gegenveranstaltungen teilt die Polizei aktuelle Teilnehmerzahlen mit. Die Versammlung auf dem Sperlingsberg unter dem Motto “Vereint für ein freies und souveränes Deutschland” mit anschließendem Marsch durch die Stadt hatte demnach rund 100 Teilnehmer.
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US-Militärkonvoi macht Station in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt wird an diesem Wochenende besonders viel Militär auf den Straßen unterwegs sein. Im Rahmen der Aufrüstung des Nato-Bündnisses an seiner Ostgrenze verlegt das Bündnis Truppen aus Vilseck in Bayern nach Polen. Auf dem Weg dorthin machen die 150 Fahrzeuge mit rund 440 Soldaten Station in Sachsen-Anhalt, wie das Landeskommando Sachsen-Anhalt mitteilte.
Präsentation in Weißenfels
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Demonstration in der Innenstadt

Gegen Rassismus und Abschiebungen – für eine solidarische Gesellschaft“ hieß das Motto der Demonstration in Salzwedel.

Salzwedel l Um 10 Uhr haben sich am Sonnabend Demonstranten aus verschiedenen Regionen auf dem Rathausturmplatz in Salzwedel versammelt. Das Motto lautete: „Gegen Rassismus und Abschiebungen – für eine solidarische Gesellschaft“. Beispielsweise war eine Flüchtlingshelfergruppe aus dem Wendland gekommen. Ihnen war es wichtig, auch in Salzwedel Flagge zu zeigen. Eine Demonstrantin war aus der Nähe von Dähre nach Salzwedel gereist. „Es ist einfach ein Grundanliegen, dass wir füreinander da sind“, sagte sie.
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Im Konvoi Richtung Gorleben

40 Jahre Protest gegen Atommüll-Endlager

tl Lüchow/Gorleben. 35 Trecker und ein paar Autos sind am Sonnabendmittag von Lüchow und Dannenberg aus in Richtung Gorleben gefahren. Dort fand ein Aktionstag anlässlich des 40-jährigen Jahrestages der Standortbenennung Gorlebens als “Nukleares Entsorgungszentrum”, so die damalige Bezeichnung, statt. Es war die Geburtsstunde des Gorleben-Protests.

Der setzte sich am Sonnabend fort. Die teils mit Protestbannern bestückten Trecker sammelten sich beispielsweise an der B 248 zwischen dem Ortsausgang Lüchow und dem Plater Kreisel. Kurzzeitig sperrte die Polizei den Bereich deshalb vollständig. Dann fuhr der Treck hupend durch die Lüchower Innenstadt. In der Tarmitzer Straße schwangen Anwohner von ihrem Balkon aus die Fahne mit der Wendlandsonne.

gefunden ejz vom 19.2.2017

“Jeder Bauer suchte sich seinen Zwangsarbeiter aus”

Dannenberg. Im April 1941 kündigt das Arbeitsamt einen Transport polnischer Arbeiter in Dannenberg an. Abends um 22 Uhr treffen die 100 Mann am Westbahnhof an, werden zum Schützenhaus gebracht und dort an die Bauern verteilt. Und weil das länger dauern kann, wird an diesem Tag mitten im Krieg ausnahmsweise die Polizeistunde bis 2 Uhr verlängert. “Jeder Bauer suchte sich seinen Zwangsarbeiter aus – wie bei der Sklavenverteilung”, kommentierte die Historikerin Elke Meyer-Hoos vom Museum in Wustrow am Dienstag im Dannenberger Rathaus dieses Ereignis.
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Bewegender Protest

Dannenberg. Mehrere hundert Menschen haben sich am Dienstag auf dem Dannenberger Marktplatz an der Protestaktion “One Billion Rising” gegen Gewalt an Mädchen und Frauen beteiligt. Sie tanzten zu dem recht emotionalen Song “Break the chain”. Die Aktion fand weltweit statt. Am Rand des Marktplatzes hatten die Frauen mehrere Banner und Zettel aufgehängt, auf denen sie in verschiedenen Sprachen zu mehr Respekt gegenüber dem weiblichen Geschlecht aufforderten. Am Rande machten sich offenbar einige junge Männer lustig über die Veranstaltung. Ein Video und weitere Fotos der Aktion finden Sie online auf www.ejz.de

gefunden ejz vom 16.2.2017

Atomkraftgegner begehen den 40. Jahrestag der Standortbenennung Gorlebens

Gorleben. Fast auf den Tag genau vor 40 Jahren zeigte ein niedersächsischer Ministerpräsident auf einen kleinen Punkt auf der großen Landkarte. Der Punkt hieß Gorleben. An diesem Ort schien Regierungschef Albrecht ein Problem los zu werden, das er lieber gar nicht erst bekommen hätte. Er musste – aus welchen Gründen auch immer – der Bundesregierung Orte angeben, an denen der hochradioaktive Abfall der Energieproduktion landen sollte. Die Bürgerinitiative Umweltschutz und die Bäuerliche Notgemeinschaft begehen dieses Datum in dieser Woche mit einer Reihe von Veranstaltungen. Den Auftakt machte am Sonnabend eine Treckerdemonstration mit mehr als 120 Traktoren vor dem Gorlebener Endlagerprojekt.
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Emotionale Höhen und Tiefen

Platenlaase. Es ging unter die Haut, es war anstrengend. “Ich weiß, dass ich meinen Zuschauerinnen sehr viel zumute”, erklärte Schauspielerin Beate Albrecht den ausnahmslos weiblichen Gästen am Sonnabend im Café Grenzbereiche in Platenlaase. Es habe schon Vorstellungen gegeben, bei denen die Gäste ihr Stück nicht ausgehalten hätten, kommentierte Albrecht weiter. Sie spielte das selbst geschriebene und inszenierte Stück “Jenseits vom Tag”. Sein Thema: sexueller Missbrauch und die Folgen.
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Ehre, Männer, Vergewaltigung

Platenlaase. Eine Veranstaltung mit dem Titel “Vergewaltigung” zu überschreiben, scheint mutig, zumindest aus der Sicht von Veranstaltern, die in erster Linie auf ein großes Publikum zielen. Voll war es also nicht, aber durchaus ordentlich besucht. Meist Frauen und eine Handvoll Männer kamen am Donnerstagabend zur Lesung von Mithu M. Sanyal aus ihrem Buch “Vergewaltigung” ins Café Grenzbereiche in Platenlaase.
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Die atomare Sicht der Dinge

Gorleben. Wenn Marianne Fritzen einst als das Gesicht des Gorleben-Widerstandes galt, dann gab es ein entsprechendes Pendant auf Seiten der Atomanlagen: Jürgen Auer. Immer wenn der Castor ins Zwischenlager rollte, war sein Gesicht in den Übertragungen der Fernsehstationen zu sehen. “Fast alle Sender waren in Gorleben und haben ihre Interviews geführt”, erzählt Auer. Sogar der Saarländische Rundfunk. Mit diesen Interviews ist jetzt Schluss. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass seit 2011 keine Castoren mehr nach Gorleben kommen. Vielmehr geht Jürgen Auer dieser Tage mit 64 Jahren in den Ruhestand. Er war seit 1991 für die Zwischenlager-Betreiberinnen BLG (Brennelementlagergersellschaft) beziehungsweise GNS (Gesellschaft für Nuklearservice) in Gorleben für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
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