Update: Blockade gegen Thügida

Beim Thügida-Aufmarsch in Stendal hat es auch eine Blockade gegeben. 15 Personen besetzten die Frommhagenstraße.

Stendal l Zu der Thügida-Demo am Sonnabend in Stendal und den zwei Gegenveranstaltungen teilt die Polizei aktuelle Teilnehmerzahlen mit. Die Versammlung auf dem Sperlingsberg unter dem Motto “Vereint für ein freies und souveränes Deutschland” mit anschließendem Marsch durch die Stadt hatte demnach rund 100 Teilnehmer.
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US-Militärkonvoi macht Station in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt wird an diesem Wochenende besonders viel Militär auf den Straßen unterwegs sein. Im Rahmen der Aufrüstung des Nato-Bündnisses an seiner Ostgrenze verlegt das Bündnis Truppen aus Vilseck in Bayern nach Polen. Auf dem Weg dorthin machen die 150 Fahrzeuge mit rund 440 Soldaten Station in Sachsen-Anhalt, wie das Landeskommando Sachsen-Anhalt mitteilte.
Präsentation in Weißenfels
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Demonstration in der Innenstadt

Gegen Rassismus und Abschiebungen – für eine solidarische Gesellschaft“ hieß das Motto der Demonstration in Salzwedel.

Salzwedel l Um 10 Uhr haben sich am Sonnabend Demonstranten aus verschiedenen Regionen auf dem Rathausturmplatz in Salzwedel versammelt. Das Motto lautete: „Gegen Rassismus und Abschiebungen – für eine solidarische Gesellschaft“. Beispielsweise war eine Flüchtlingshelfergruppe aus dem Wendland gekommen. Ihnen war es wichtig, auch in Salzwedel Flagge zu zeigen. Eine Demonstrantin war aus der Nähe von Dähre nach Salzwedel gereist. „Es ist einfach ein Grundanliegen, dass wir füreinander da sind“, sagte sie.
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Im Konvoi Richtung Gorleben

40 Jahre Protest gegen Atommüll-Endlager

tl Lüchow/Gorleben. 35 Trecker und ein paar Autos sind am Sonnabendmittag von Lüchow und Dannenberg aus in Richtung Gorleben gefahren. Dort fand ein Aktionstag anlässlich des 40-jährigen Jahrestages der Standortbenennung Gorlebens als “Nukleares Entsorgungszentrum”, so die damalige Bezeichnung, statt. Es war die Geburtsstunde des Gorleben-Protests.

Der setzte sich am Sonnabend fort. Die teils mit Protestbannern bestückten Trecker sammelten sich beispielsweise an der B 248 zwischen dem Ortsausgang Lüchow und dem Plater Kreisel. Kurzzeitig sperrte die Polizei den Bereich deshalb vollständig. Dann fuhr der Treck hupend durch die Lüchower Innenstadt. In der Tarmitzer Straße schwangen Anwohner von ihrem Balkon aus die Fahne mit der Wendlandsonne.

gefunden ejz vom 19.2.2017

“Jeder Bauer suchte sich seinen Zwangsarbeiter aus”

Dannenberg. Im April 1941 kündigt das Arbeitsamt einen Transport polnischer Arbeiter in Dannenberg an. Abends um 22 Uhr treffen die 100 Mann am Westbahnhof an, werden zum Schützenhaus gebracht und dort an die Bauern verteilt. Und weil das länger dauern kann, wird an diesem Tag mitten im Krieg ausnahmsweise die Polizeistunde bis 2 Uhr verlängert. “Jeder Bauer suchte sich seinen Zwangsarbeiter aus – wie bei der Sklavenverteilung”, kommentierte die Historikerin Elke Meyer-Hoos vom Museum in Wustrow am Dienstag im Dannenberger Rathaus dieses Ereignis.
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Bewegender Protest

Dannenberg. Mehrere hundert Menschen haben sich am Dienstag auf dem Dannenberger Marktplatz an der Protestaktion “One Billion Rising” gegen Gewalt an Mädchen und Frauen beteiligt. Sie tanzten zu dem recht emotionalen Song “Break the chain”. Die Aktion fand weltweit statt. Am Rand des Marktplatzes hatten die Frauen mehrere Banner und Zettel aufgehängt, auf denen sie in verschiedenen Sprachen zu mehr Respekt gegenüber dem weiblichen Geschlecht aufforderten. Am Rande machten sich offenbar einige junge Männer lustig über die Veranstaltung. Ein Video und weitere Fotos der Aktion finden Sie online auf www.ejz.de

gefunden ejz vom 16.2.2017

Atomkraftgegner begehen den 40. Jahrestag der Standortbenennung Gorlebens

Gorleben. Fast auf den Tag genau vor 40 Jahren zeigte ein niedersächsischer Ministerpräsident auf einen kleinen Punkt auf der großen Landkarte. Der Punkt hieß Gorleben. An diesem Ort schien Regierungschef Albrecht ein Problem los zu werden, das er lieber gar nicht erst bekommen hätte. Er musste – aus welchen Gründen auch immer – der Bundesregierung Orte angeben, an denen der hochradioaktive Abfall der Energieproduktion landen sollte. Die Bürgerinitiative Umweltschutz und die Bäuerliche Notgemeinschaft begehen dieses Datum in dieser Woche mit einer Reihe von Veranstaltungen. Den Auftakt machte am Sonnabend eine Treckerdemonstration mit mehr als 120 Traktoren vor dem Gorlebener Endlagerprojekt.
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Emotionale Höhen und Tiefen

Platenlaase. Es ging unter die Haut, es war anstrengend. “Ich weiß, dass ich meinen Zuschauerinnen sehr viel zumute”, erklärte Schauspielerin Beate Albrecht den ausnahmslos weiblichen Gästen am Sonnabend im Café Grenzbereiche in Platenlaase. Es habe schon Vorstellungen gegeben, bei denen die Gäste ihr Stück nicht ausgehalten hätten, kommentierte Albrecht weiter. Sie spielte das selbst geschriebene und inszenierte Stück “Jenseits vom Tag”. Sein Thema: sexueller Missbrauch und die Folgen.
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Ehre, Männer, Vergewaltigung

Platenlaase. Eine Veranstaltung mit dem Titel “Vergewaltigung” zu überschreiben, scheint mutig, zumindest aus der Sicht von Veranstaltern, die in erster Linie auf ein großes Publikum zielen. Voll war es also nicht, aber durchaus ordentlich besucht. Meist Frauen und eine Handvoll Männer kamen am Donnerstagabend zur Lesung von Mithu M. Sanyal aus ihrem Buch “Vergewaltigung” ins Café Grenzbereiche in Platenlaase.
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Die atomare Sicht der Dinge

Gorleben. Wenn Marianne Fritzen einst als das Gesicht des Gorleben-Widerstandes galt, dann gab es ein entsprechendes Pendant auf Seiten der Atomanlagen: Jürgen Auer. Immer wenn der Castor ins Zwischenlager rollte, war sein Gesicht in den Übertragungen der Fernsehstationen zu sehen. “Fast alle Sender waren in Gorleben und haben ihre Interviews geführt”, erzählt Auer. Sogar der Saarländische Rundfunk. Mit diesen Interviews ist jetzt Schluss. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass seit 2011 keine Castoren mehr nach Gorleben kommen. Vielmehr geht Jürgen Auer dieser Tage mit 64 Jahren in den Ruhestand. Er war seit 1991 für die Zwischenlager-Betreiberinnen BLG (Brennelementlagergersellschaft) beziehungsweise GNS (Gesellschaft für Nuklearservice) in Gorleben für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
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Hetze und Drohungen gegen entstehende Moschee

Lüchow. “Feuerwehr Lüchow hat bald was zu tun.” Darunter ist ein Mann zu sehen, der die Faust reckt, von Flammen umgeben. Das ist die Spitze der Hetze und der verbalen Ausfälle, die losgebrochen sind, nachdem bekannt geworden ist, dass der Lüchower Arzt Ahmed-Maher Mouhandes den Lüchower Bahnhof gekauft hat und im Inneren eine Moschee einrichtet. Die EJZ hat diesen indirekten Aufruf zu einer schweren Straftat der Polizei gemeldet. Die Reaktion von Polizeisprecher Kai Richter: “Die Polizei wird ermitteln.” Die Äußerung sei von strafrechtlicher Relevanz.
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Stunk ums Neue Dorf

Das Projekt Integrationsdorf in Hitzacker stößt bei Anwohnern teils auf wenig Gegenliebe

bp Hitzacker. “Weltoffen, herzlich, gesprächsbereit”, das sind drei der sechs Schlagworte, mit dem das Leitbild des Projekts “Hitzacker Dorf” überschrieben ist. Die Genossenschaft will auf einem knapp sechs Hektar großen Areal, das heute noch ein Feld ist, Häuser mit 100 Wohnungen für 300 Menschen aus aller Welt errichten (EJZ berichtete). Flüchtlinge und Deutsche wollen gemeinsam ein Dorf aus dem Boden stampfen, um miteinander dort zu leben. Doch einige derer, die in dem Wohngebiet um das Areal herum wohnen, haben Bedenken. Sie fühlen sich nicht ausreichend gehört.
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Capio beendet Zusammenarbeit mit Fröhling

Der bisherige Verwaltungsdirektor des Dannenberger Krankenhauses kehrt nicht auf seinen Posten zurück

Dannenberg. Dr. Markus Fröhling, der bisherige Verwaltungsdirektor der Dannenberger Capio Elbe-Jeetzel-Klinik, wird nach seiner Beurlaubung nicht auf den Posten in der Klinik zurückkehren. “Die Capio-Klinik-Gruppe beendet das bestehende Arbeitsverhältnis arbeitgeberseitig”, sagt Martin Reitz, der Geschäftsführer des deutschen Zweigs des schwedischen Gesundheitskonzern. Nach den Entwicklungen der vergangenen Wochen “haben sich aus Sicht der Geschäftsführung nunmehr unüberbrückbare Differenzen für eine weitere Zusammenarbeit ergeben”, heißt es in einer Pressemitteilung.

Worin genau diese Differenzen bestehen, will Reitz nicht benennen. Er betont: “Weitere Angaben zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Verwaltungsdirektor macht die Capio Deutsche Klinik GmbH aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und der Vertraulichkeit nicht.” Vor etwas mehr als zwei Wochen hatten Fröhling und der Chefarzt der Gynäkologie auf Nachfrage der EJZ eingeräumt, an der Klinik würden keine Abtreibungen mehr vorgenommen. Der Chefarzt begründete die Entscheidung damit, dass er Abtreibungen nicht mit seinem christlichen Glauben vereinbaren und auch nicht die Verantwortung dafür tragen könne, dass andere Ärzte seiner Abteilung den Eingriff vornehmen.

Fröhling trug die Entscheidung mit, zumal der Chefarzt den Job andernfalls nicht angenommen hätte. Der Verwaltungsdirektor betonte, er stehe der Entscheidung aufgrund seiner christlich-anthroposophischen Weltanschauung inhaltlich ohnehin nahe. Als der Konzern zurückruderte und die Entscheidung zurücknahm, hieß es von der deutschen Capio-Spitze es hätte vorab keine Absprache zu dem Thema gegeben, während Fröhling darauf beharrte, er habe den Schritt mit seinen Vorgesetzten abgesprochen. Dabei blieb er auch, bis seine Vorgesetzten ihm einen Maulkorb gegenüber der Presse verpassten.

Capio kassierte die Entscheidung schließlich ein und machte Abtreibungen in der Dannenberger Gynäkologie wieder möglich. Versuche, den Chefarzt zu einem Kompromiss und damit zum Verbleib in seiner Position zu bewegen, scheiterten. Er ist noch Chefarzt, wird die Klinik aber in einigen Wochen mit unbekanntem Ziel verlassen. Auch wie es mit Fröhling weitergeht, ist bisher unklar.

Sicher ist dagegen, dass der deutsche Capio-Geschäftsführer Klaus Wöhrle den Posten vorübergehend übernimmt und zwar, bis ein dauerhafter Nachfolger von Fröhling gefunden ist. Einige Krankenhaus-Mitarbeiter bedauern die Entscheidung hinter vorgehaltener Hand. Fröhling sei zwar eine Führungspersönlichkeit nicht ohne Ecken und Kanten gewesen, habe aber entscheidende Schritte eingeleitet, um die ehemals tief in den roten Zahlen steckende Klinik in die Gewinnzone zu führen.
gefunden ejz vom 21.2.2017

Wie geht es weiter mit der Gynäkologie in Dannenberg?

Nach der Auseinandersetzung um Abtreibungen fürchten Mitarbeiter der Abteilung um Zukunft

bp Dannenberg. Die Nerven liegen ordentlich blank in der Gynäkologie des Dannenberger Krankenhauses. Dass Tränen fließen, ist seit einigen Tagen keine Seltenheit. Die Mitarbeiterinnen haben auf die Auseinandersetzung um Abtreibungen in der Klinik (EJZ berichtete) einen ganz anderen Blick als die Allgemeinheit. Sie machen sich nach dem angekündigten Weggang von Chefarzt Thomas Börner heftige Sorgen um den Fortbestand der Abteilung.
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Evangelische Kirche Wendland und Diakonie bestehen auf Entscheidungshelfer bei Abtreibungen

by Lüchow. An der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik sind Schwangerschaftsabbrüche wieder möglich – Propst Stephan Wichert-von Holten und Barbara Heinelt, die in der Sozialberatung des Diakonischen Werkes auch Frauen in Konfliktsituationen berät, sind erleichtert. “Das hiesige Krankenhaus war und ist ein guter Ort für Frauen in dieser Situation, weil sie dort auf Ärzte treffen, bei denen sie möglicherweise schon ihre älteren Kinder auf die Welt gebracht haben”, sagt der Propst. Eine solche Nähe sei eine Errungenschaft und ein Vertrauensgewinn.
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