Widerstandspartie in Gorleben: Atommüll und Klimawandel

Das Konzept ist aufgegangen: Tausende kamen am Freitag vor Pfingsten nach Gorleben zur Widerstandspartie der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI).

Auf den beiden Bühnen informierten Martin Donat & Kerstin Wittstamm sowie Wilma Rabe & Wolfgang Ehmke unablässig zwischen den Band-Auftritten über die unselige Rolle Gorlebens bei der weiteren Endlagersuche.

Die Bäuerliche Notgemeinschaft hatte indessen das Thema Dauerzwischenlagerung in den Fokus ihrer Treckerrundfahrten gestellt, die um das Gelände der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) mit der Castorhalle, dem Fasslager und dem Betonklotz mit Schornstein, der Pilot-Konditionierungsanlage, führten. Vorträge im Zelt über die Gefahren des Frackings, die Zeitbombe Zwischenlagerung ergänzten das politische Angebot.

„Ohne Aktionsanlass wie bei den Castortransporten ist nun der Gorleben-Tag während der Kulturellen Landpartie die Gelegenheit, viele Menschen zu erreichen, um klarzustellen, dass sich Gorleben als Endlagerstandort noch lange nicht erledigt hat. Im Gegenteil, wieder einmal sind die geologischen Ausschlusskriterien für ein Endlager politisch so gestrickt worden, dass der Salzstock im Spiel bleibt, deshalb demonstrieren wir vor Ort“, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Wie als Antwort auf den Rückzug Donald Trumps von den internationalen Klimavereinbarungen waren die halbstündigen Sofagespräche zu den Themen plastikfreies Leben, Wohnen im Tiny House, Gemeinschaftsnutzung in der Mobilität, Selbstversorgung und Solidarische Landwirtschaft sowie Kultur-, Bewusstseins- und Politikwandel ein viel besuchter Anlaufpunkt. Auf dem Sofa standen lokale Experten den Fragen der Moderatoren und aus dem Publikum Rede und Antwort.

“Der Protest gegen Atomkraft war und ist auch immer ein Protest gegen das konventionelle Energiesystem gewesen“, so Ehmke. „Mit unserer diesjährigen Kulturellen Widerstandspartie wollten wir dem noch mehr Rechnung tragen und hatten Engagierte des Landkreises eingeladen, ihre Aktivitäten und Vorstellungen zu einem klima- und ressourcengerechten Leben in Lüchow-Dannenberg vorzustellen.“

Diese Einladung haben die WachstumsWende Wendland in Kooperation mit der Klimaschutzleitstelle des Landkreises zum Anlass genommen, diese Veranstaltung zum Thema Suffizienz zu organisieren, auf der Engagierte und Initiativen zeigten, wie es ihnen gelingt, Genügsamkeit und Maßhalten in ihren Alltag zu integrieren.

Pressemitteilung der BI